Hermann Becker

Hermann Becker (1542 - 1592)

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Hermann Becker aka Pistorius
Born [location unknown]
Son of [father unknown] and [mother unknown]
[sibling(s) unknown]
Husband of — married before 1578 [location unknown]
[children unknown]
Died in Roskilde, Denmarkmap
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Profile last modified 6 Oct 2019 | Created 9 Sep 2017
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Biography

Hermann Becker genannt Pistorius (1542-1592), ein Dörpener in Dänemark

(Bernd Josef Jansen)

In der St. Marienkirche in Dänischen Helsingör hängt ein Gemälde aus dem Jahre 1645, das den ehemaligen Pfarrer dieser Kirche, Magister Hermann Becker genannt Pistorius zeigt. Das Bild ist 192 x 100 cm groß und wurde 1645 von Caspar Kegelhoff Keilhau gemalt, dem Hofmaler von König Christian IV. von Dänemark. Es beruht auf einer älteren Vorlage und ist unten rechts mit "Pinxit C. Keilhau" signiert. Das Bild zeigt einen spitzbärtigen Mann in den mittleren Jahren. Bekleidet ist er mit einem schwarzen Gelehrtentalar mit weißer Halskrause. Rechts neben ihm steht ein hölzerner Tisch oder Altar mit Tischtuch, auf dem ein mit rotem Samt bezogenes Buch sowie ein Totenschädel liegen. Auf dem Schädel steht ein fast abgelaufenes Stundenglas, auf das sich seine rechte Hand stützt. Das Bild trägt die Inschrift:

M. Hermannus Pistorius Torpensis Westphalus

Pastor Regius Isque Anno Novem Qui Obiit 1592

Verbum Dei Praedicavit Ecclesiae Aulicae et Urbicae

Natus 1542 Pictus ex Archetypo Anno 1645

Sumptibus Dn. Successoris

"M[agister] Hermann Pistorius aus Dörpen in Westfalen, königlicher Pfarrer, und zwar neun Jahre, welcher starb 1592, er predigte das Wort Gottes in der Kirche, am Fürstenhof und in der Welt. Geboren 1542. Gemalt 1645 nach einem alten Vorbild, auf Kosten seines Herrn Nachfolgers.“

Hermann Becker wurde demnach 1542 geboren. Sein Vater war wohl jener Hermann Becker, der zwischen 1566 und 1594 als Prädikant (evangelischer Pfarrer) in Dörpen nachweisbar ist, seine Mutter hieß dann Gebbeke. Hermann hatte eine Schwester namens Grete und mindestens zwei Brüder: Bruen (Bruno) und Mencke. Seinen Nachnamen "Becker" hat Hermann, wie es unter Gelehrten damals üblich war, zu "Pistorius" latinisiert. "Pistor" ist das lateinische Wort für "Bäcker". Über Hermanns Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Zuerst in Erscheinung tritt er 1568, als er als "Hermannus Pistorius Dorpensis" im Mai 1568 als Student an der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock eingeschrieben wurde:

Am 10. März 1573 wurde "Hermannus Pistorius Dorpensis Westphalus" zum Bakkalar und Magister promoviert, hatte also sein Studium erfolgreich abgeschlossen. Noch im gleichen Jahr erhielt er die Stelle des Zweiten Schlosspriesters und Rektors der "Johanneum" genannten Schule in der nordschleswigschen Residenzstadt Haderslev (deutsch: Hadersleben). Diese Stellung behielt er bis 1584. Noch in Haderslev heiratete er vor 1578 seine Frau Margarethe Jacobsdatter von Sivullens, über deren Herkunft nichts bekannt ist.

1584 wurde Hermann zum Pfarrer der St. Marien-Kirche im dänischen Helsingör berufen. Gleichzeitig war er hier Schlosspriester von Schloss Kronborg. Die Marienkirche war die ehemalige Abteikirche des Karmeliterordens. Nachdem das Kloster 1536 im Zuge der Reformation aufgehoben und in ein Hospital umgewandelt worden war, stand sie leer und sollte schließlich abgerissen werden. Als Hansestadt hatte Helsingör eine starke Deutsche Gemeinde. Diese erbat sich nun die Kirche von dem selber deutschstämmigen König Friedrich II. und bekam sie 1576 von ihm zum Geschenk. Erster Pfarrer der von Deutschen und Niederländern besuchten Kirche wurde Hermann Maltzan, ihm folgte 1584 Herman Becker.

Am 16. September 1592 starb Hermann Becker genannt Pistorius im Alter von nur 50 Jahren und wurde in der Marienkirche begraben. Vielleicht starb er an einer ansteckenden Krankheit, denn nur drei Wochen später folgte ihm seine 14jährige Tochter Abigael ins Grab, und fünf Wochen später sein 10jähriger Sohn Bruno. Neben Abigael und Bruno hatte Hermann Pistorius noch vier weitere Söhne Antonius, Povil (Paul), Christian und Hermann und eine Tochter Katharina. Hermanns Witwe Margaretha wurde von seinem Amtsnachfolger, dem 1567 in Wittenberg geborenen Augustinus Sand geheiratet. Dies war damals übliche Praxis und hatte für beide Seiten seine Vorteile. Die Witwe wurde finanziell abgesichert und der Nachfolger erhielt einen bereits fertig möblierten Haushalt und eine Gattin, die mit den Arbeitsabläufen eines Pfarrhauses vertraut war.

Augustinus Sand war es dann auch, der Hermann Becker einen Grabstein stiftete. Dieser trägt eine lateinische Inschrift: Hermannus Pistorius vir pius et bonus religionis virtutum doctrinæque studiis probe excultus scholæ Haderslebianæ per XI. annos rector diligentiss. dein huius Germanicæ ecclesiæ per IX. ann pastor fideliss. lætus spe melioris vitæ his ærumnis excessit XVI. septemb. anno Chr. MDXCII ætat. L. quem indolis formæque elegantissimæ filia Abigael tertia septimana anno æt. XIV optimique ingenii filiolus Bruno quinta septimana æt. an. X subsequebantur.

Herman Pistorius, ein frommer und guter Mann, hoch gebildet durch Studium der Religion, Tugend und Gelehrsamkeit, 11 Jahre lang ein sorgfältiger Rektor der Schule in Hadersleben, dann 9 Jahre lang treuer Pfarrer dieser deutschen Kirche. Fröhlich in der Hoffnung auf ein besseres Leben, verließ er dieses Jammertal am 16. September im Jahr Christi 1592 im Alter von 50 Jahren. Ihm folgten in der dritten Woche seine Tochter von außergewöhnlicher Schönheit Abigael, ihres Alters 14 Jahre, sowie in der fünften Woche sein hervorragend begabter Sohn Bruno im Alter von 10 Jahren.

Margarethe Jacobsdatter von Sivullens starb am am 28. August 1611. Ihr Mann Augustinus Sand heiratete 1614 Anna Rhuman (* 1567 + 10.12.1648), die Tochter des Königlichen Hofschneiders und Verwalters der Kleiderkammer Hans Rhuman. Er blieb noch bis 1624 Pfarrer in St. Marien und Schlosspriester in Kronborg, zog dann aber nach Roskilde, wo er seit 1624 Kanoniker war. Am 31. Dezember 1649 starb er dort hochgeachtet als Königlicher Hofprediger und Vertrauter von König Christian IV. von Dänemark. Augustinus und seine Frau Anna sind im Dom von Roskilde unter einem prächtigen Epitaph beerdigt. Auf Kosten von Augustinus Sand wurde 1645 auch das oben genannte Gemälde von Hermann Pistorius gemalt. Da es auf einer älteren Vorlage beruht, wird Hermann auch tatsächlich so ausgesehen haben. Somit dürfte es das älteste realistische Bild eines Dörpeners sein, das es weltweit gibt.


Hermann Becker called Pistorius (1542-1592), a Dörpener in Denmark

In the St. Mary's Church in Danish Helsingör hangs a painting from 1645, which shows the former priest of this church, Magister Hermann Becker called Pistorius. The picture is 192 x 100 cm and was painted in 1645 by Caspar Kegelhoff Keilhau, the court painter of King Christian IV of Denmark. It is based on an older model and is signed in the lower right with "Pinxit C. Keilhau". The picture shows a bearded man in the middle years. He is dressed with a black scholarly tale with white neck cries. To the right is a wooden table or altar with a tablecloth, on which there is a red velvet-covered book and a skull. There is an almost hourglass on the skull, supported by his right hand. The picture bears the inscription:

M. Hermannus Pistorius Torpensis Westphalus

Pastor Regius Isque Anno Novem Qui Obiit 1592

Verbum Dei Praedicavit Ecclesiae Aulicae et Urbicae

Natus 1542 Pictus ex Archetypo Anno 1645

Sumptibus Dn. Successoris

"Hermann Pistorius of Dörpen, Westphalia, royal pastor, nine years, who died in 1592, preached the Word of God in the Church, at the Princely Court, and in the world. Born in 1542. Painted in 1645 according to an old model, at the expense of his master's successor."

Hermann Becker was born in 1542. His father was probably Hermann Becker, who was found in Dorpen between 1566 and 1594 as a preacher (evangelical priest), and his mother was then Gebbeke. Hermann had a sister named Grete and at least two brothers: Bruen (Bruno) and Mencke. His surname "Becker" has been latinized by Hermann, as was customary among scholars, to "Pistorius". "Pistor" is the Latin word for "baker". Nothing is known about Hermann's childhood and youth. He first appeared in 1568, when he was enrolled as "Hermannus Pistorius Dorpensis" in May 1568 as a student at the Faculty of Philosophy of the University of Rostock.

On March 10, 1573, "Hermannus Pistorius Dorpensis Westphalus" was promoted to bachelor and master, so he had successfully completed his studies. In the same year he was given the position of the second priest and rector of the school called "Johanneum" in the Haderslev (German: Hadersleben). He retained this position until 1584. Before 1578 he married his wife Margarethe Jacobsdatter of Sivullens, whose origin is unknown.

In 1584, Hermann was appointed vicar of St. Mary's Church in Helsingör, Denmark. At the same time, he was the chief priest of Kronborg Castle. The Marienkirche was the former Abteikirche of the Carmelite Order. After the monastery had been abolished in the course of the Reformation in 1536 and converted into a hospital, it was empty and was to be demolished. Helsingör had a strong German community as Hansestadt. Now the church asked the King Friedrich II, who was a German king, and received it from him in 1576. The first priest of the church visited by Germans and Dutchmen was Hermann Maltzan, followed by Herman Becker in 1584.

On 16 September 1592 Hermann Becker, called Pistorius, died at the age of only 50 years and was buried in the Marienkirche. Perhaps he died of an infectious disease, for only three weeks later his 14-year-old daughter Abigael followed him to his grave, and five weeks later his 10-year-old son Bruno. In addition to Abigael and Bruno, Hermann Pistorius had four other sons Antonius, Povil (Paul), Christian and Hermann and a daughter Katharina. Hermann's widow Margaretha was married by his successor to the office, the Augustinus Sand, born in Wittenberg in 1567. This was common practice at that time and had advantages for both sides. The widow was financially secured and her successor was given a household, which had already been furnished, and a wife who was familiar with the workings of a parsonage.

Augustinus Sand was the one who gave Hermann Becker a gravestone. It bears a Latin inscription: Hermannus Pistorius vir pius et bonus religionis virtutum doctrinæque studiis probe excultus scholæ Haderslebianæ per XI. annos rector diligentiss. dein huius Germanicæ ecclesiæ per IX. ann pastor fideliss. lætus spe melioris vitæ his ærumnis excessit XVI. septemb. anno Chr. MDXCII ætat. L. quem indolis formæque elegantissimæ filia Abigael tertia septimana anno æt. XIV optimique ingenii filiolus Bruno quinta septimana æt. an. X subsequebantur.

"Herman Pistorius, a pious and good man, highly educated by the study of religion, virtue, and learning, for 11 years a diligent rector of the school in Hadersleben, then 9 years of faithful pastor of this German church. Cheerful in the hope of a better life, he left this Jammertal on 16 September in the year 1592 at the age of 50 years. In the third week he followed his daughter of extraordinary beauty Abigael, her age 14 years, and in the fifth week his brilliantly talented son Bruno at the age of 10 years."

Margarethe Jacobsdatter of Sivullens died on 28 August 1611. Her husband Augustinus Sand married Anna Rhuman (* 1567 + 10.12.1648), the daughter of the royal court clerk and administrator of the clothing chamber Hans Rhuman. He remained until 1624 pastor in St. Marien and Schlosspriester in Kronborg, but then moved to Roskilde, where he had been a canonist since 1624. On 31 December 1649 he died there as a royal court preacher and confidant of King Christian IV of Denmark. Augustine and his wife Anna are buried in the cathedral of Roskilde under a splendid epitaph. At the expense of Augustinus Sand was also painted in 1645 the above painting by Hermann Pistorius. Since it is based on an older template, Hermann will actually have looked so. Thus it should be the oldest realistic image of a Dörpener, which exists worldwide.

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